Heizungsanlagen im Vergleich

Ob Wärmepumpe, Fernwärme, Solarthermie, Pelletheizung oder Brennstoffzelle, die Auswahl ist groß. Wir vergleichen hier fünf verschiedene Möglichkeiten:

Heizungsanlagen gibt es viele. Ob Wärmepumpe, Fernwärme, Solarthermie, Pelletheizung oder Brennstoffzelle, die Auswahl ist groß und die Frage klar: Welche Heizungsanlage ist die richtige für Ihr neues Haus? Die Beantwortung der Frage hängt zum einen von Ihrem eigenen Wohnverhalten ab, zum anderen natürlich von den Gegebenheiten vor Ort sowie der Abwägung zwischen Anschaffungs- und Unterhaltskosten. Im Folgenden vergleichen wir die verschiedenen Heizungssysteme für Sie.

BAULICHE VORAUSSETZUNGEN FÜR EINE HEIZUNGSANLAGE

Jedes Heizungssystem erfordert andere bauliche Voraussetzungen bzw. hat spezifische Anforderungen an die vor Ort vorhandene Infrastruktur. Gerade Fernwärme steht z.B. nicht überall in Deutschland zur Verfügung und scheidet von daher bei vielen als Heizungsart von vornherein aus. Die Pelletheizung benötigt Platz für Kessel, Förderschnecke und Lagerung der Holzpellets.

Bei der Wärmepumpe gilt es zu bedenken, dass die nur bei einer reinen Innenaufstellung entbehrliche Außeneinheit genügend Abstand zur Nachbarbebauung einhalten muss, damit es später keinen Ärger mit den neuen Nachbarn gibt. Solarthermie ist am ergiebigsten, wenn die Dachfläche 45° geneigt und nach Süden ausgerichtet ist. Anderenfalls muss die Kollektorfläche entsprechend vergrößert werden. So können schon die örtlichen Gegebenheiten für den Ausschluss der einen oder der anderen Heizungsanlage sorgen.

UMWELTVERTRÄGLICHKEIT DER HEIZUNGSANLAGE

Moderne Heizsysteme unterscheiden sich je nach Betrachtungsweise in ihrer Umweltbilanz. CO2-neutral ist der Betrieb einer Wärmepumpe oder Solaranlage. Allerdings ist die Gesamtbilanz der Wärmepumpe abhängig von der Umweltverträglichkeit der Stromproduktion. Bei der Fernwärme ist der CO2-Ausstoß abhängig von der Technik des jeweiligen Kraftwerks. Zudem gibt es hohe Leitungsverluste durch die zentrale Energieerzeugung.

Der nachwachsende Rohstoff Holz ist insoweit CO2-neutral, als ein Baum im Laufe seines Lebens soviel CO2 abbaut, wie er bei seiner Verbrennung erzeugt.

EINFLUSS DES WOHNVERHALTENS AUF DIE HEIZUNGSANLAGE

Hand aufs Herz: Wie warm soll es in Ihrem Haus im Winter sein? Wenn Sie Wert auf wohlige Wärme in allen Räumen legen und lieber 2 Grad zu viel als zu wenig Raumtemperatur möchten, spricht einiges für eine Holzheizung, die über einen höheren Wirkungsgrad verfügt als z.B. eine Wärmepumpe und keine Stromkosten für den Energiebedarf verursacht. Denn wenn Ihr Haus nicht hochwärmegedämmt oder gar ein Passivhaus ist, laufen Sie anderenfalls Gefahr, an kalten Wintertagen relativ viel Strom für die elektrische Zusatzheizung zu benötigen. Steht das Haus dagegen tagsüber weitestgehend leer, weil die Bewohner viel unterwegs sind, ist der Energiebedarf von Haus aus niedriger und auch die Wärmepumpe erste Wahl.

Wärmepumpen mit ihrer niedrigen Vorlauftemperatur eignen sich besonders in Verbindung mit einer Fußbodenheizung, bei Heizkörpern scheiden sie dagegen als Heizsystem aus. Legen Sie Wert auf ein regelmäßiges heißes Vollbad, brauchen Sie eine Heizungsanlage, die schnell und effizient warmes Wasser aufbereitet. Das spricht für Holz oder Solarthermie mit großem Wasserspeicher. So haben auch Ihre persönlichen Vorlieben Einfluss auf die Wahl der richtigen Heizungsanlage.

ANSCHAFFUNGSKOSTEN VERSUS UNTERHALTSKOSTEN

Anschaffungskosten einer Heizungsanlage

Was die Höhe der Anfangsinvestition angeht, sind die Anschaffungskosten für Fernwärme im Vergleich der Heizungsanlagen nicht zu schlagen. Zudem ist die Technik ausgereift und zuverlässig. 

Die Anschaffungskosten für eine Luftwärmepumpe sind deutlich höher als die für Fernwärme. Noch teurer wird die Wärmepumpe, wenn Erdwärme oder Grundwasser als Energiequelle genutzt werden sollen. Hier schlagen die Kosten für die erforderliche Bohrung bzw. die Verlegung der Erdwärmekollektoren ordentlich zu Buche.

Erst jetzt kommt in Bezug auf die Anfangsinvestition die Pelletheizung ins Spiel, deren Technik relativ teuer ist. Am teuersten ist die Brennstoffzelle, die sich das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung zunutze macht. Für die Brennstoffzelle ist zudem ein Gasanschluss erforderlich. Dafür produziert die Anlage nicht nur Wärmeenergie, sondern auch Strom, der im Haus genutzt oder an den Netzbetreiber verkauft werden kann. 

Unterhaltskosten einer Heizungsanlage

Bei den Unterhaltskosten dreht sich im Vergleich der Heizsysteme das Bild. Mit einer Brennstoffzelle produzieren Sie sogar Ihren eigenen Strom und haben nur relativ geringe laufende Kosten für Gas und Wartung. Die Unterhaltskosten einer Wärmepumpe hängen von der Nutzungsart und der Technik ab. Luftwärmepumpen sind weniger effizient als Erdwärme- oder Wasserwärmepumpen und bedürfen je nach Nutzungsintensität einer elektrischen Zusatzheizung, was zu hohen Stromkosten führen kann.

Holz oder Pellets als Energieträger sind günstiger als Strom, so dass die laufenden Energiekosten einer Holzheizung niedriger sind. Zu bedenken sind allerdings die jährlichen Wartungskosten für die vielen mechanischen Teile und den Schornsteinfeger. Bei der Fernwärme besteht eine Abhängigkeit vom jeweiligen Betreiber mit regional schwankenden Preisen.

FAZIT IM HEIZUNGSANLAGENVERGLEICH

Im Ergebnis richtet sich die Frage nach dem richtigen Heizungssystem nach dem vorhandenen Platz, den individuellen Ansprüchen und dem zur Verfügung stehenden Budget. Eine höhere Anfangsinvestition kann auf lange Sicht dennoch lohnenswert sein, wenn dadurch die laufenden Energiekosten gering gehalten werden. Zudem können die Anschaffungskosten unter Umständen durch eine öffentliche Förderung erheblich reduziert werden. Fragen Sie Ihren MYMassivhaus-Baupartner, er hilft Ihnen gerne bei der Suche nach der richtigen Heizungsanlage für Ihr Haus.

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