Heizungsanlagen im Vergleich

Ob Fernwärme, Gasbrennwert-Technik, Solarthermie, Wärmepumpe, Pelletheizung oder Brennstoffzelle, die Auswahl ist groß und die Frage klar: Welches Heizungssystem ist das richtige für Ihr Haus? Die Beantwortung der Frage hängt zum einen von Ihrem eigenen Wohnverhalten ab, zum anderen natürlich von den Gegebenheiten vor Ort sowie der Abwägung zwischen Anschaffungs- und Unterhaltskosten. Im Folgenden vergleichen wir die verschiedenen Heizungssysteme für Sie.

BAULICHE VORAUSSETZUNGEN

Jedes Heizungssystem erfordert andere bauliche Voraussetzungen bzw. hat spezifische Anforderungen an die vor Ort vorhandene Infrastruktur. Gerade Fernwärme steht z.B. nicht überall in Deutschland zur Verfügung und scheidet von daher bei vielen als Heizungsart von vornherein aus. Für die Gasbrennwert-Technik wird eigentlich ein Gasanschluss benötigt. Gibt es in Ihrer Straße keine Gasleitung, brauchen Sie Platz für einen Flüssiggastank. Auch die Pelletheizung benötigt Platz für Kessel, Förderschnecke und Lagerung der Holzpellets.

Bei der Wärmepumpe gilt es zu bedenken, dass die nur bei einer reinen Innenaufstellung entbehrliche Außeneinheit genügend Abstand zur Nachbarbebauung einhalten muss, damit es später keinen Ärger mit den neuen Nachbarn gibt. Solarthermie ist am ergiebigsten, wenn die Dachfläche 45° geneigt und nach Süden ausgerichtet ist. Anderenfalls muss die Kollektorfläche entsprechend vergrößert werden. So können schon die örtlichen Gegebenheiten für den Ausschluss des einen oder des anderen Heizungssystems sorgen.

UMWELTVERTRÄGLICHKEIT

Moderne Heizsysteme unterscheiden sich nur in Nuancen und je nach Betrachtungsweise in ihrer Umweltbilanz. So ist Gas zwar ein begrenzter fossiler Brennstoff. Eine moderne Gasbrennwerttherme verfügt aber über einen hohen Wirkungsgrad und nur einen geringen CO2-Ausstoß. Der nachwachsende Rohstoff Holz ist CO2-neutral, da ein Baum im Laufe seines Lebens soviel CO2 abbaut, wie er bei seiner Verbrennung erzeugt.

Beim Betrieb einer Wärmepumpe oder Solaranlage wird überhaupt kein CO2 erzeugt. Allerdings ist die Gesamtbilanz der Wärmepumpe abhängig von der Umweltverträglichkeit der Stromproduktion. Bei der Fernwärme ist der CO2-Ausstoß ebenfalls abhängig von der Technik des jeweiligen Kraftwerks. Zudem gibt es hohe Leitungsverluste durch die zentrale Energieerzeugung.

EINFLUSS DES WOHNVERHALTENS

Hand aufs Herz: Wie warm soll es in Ihrem Haus im Winter sein? Wenn Sie Wert auf wohlige Wärme in allen Räumen legen und lieber 2 Grad zu viel als zu wenig Raumtemperatur möchten, spricht einiges für die Gasbrennwert- oder eine Holzheizung, die über einen höheren Wirkungsgrad verfügen als z.B. eine Wärmepumpe und keine Stromkosten für den Energiebedarf verursachen. Denn wenn Ihr Haus nicht hochwärmegedämmt oder gar ein Passivhaus ist, laufen Sie anderenfalls Gefahr, an kalten Wintertagen relativ viel Strom für die elektrische Zusatzheizung zu benötigen. Steht das Haus dagegen tagsüber weitestgehend leer, weil die Bewohner viel unterwegs sind, ist der Energiebedarf von Haus aus niedriger und auch die Wärmepumpe erste Wahl.

Wärmepumpen mit ihrer niedrigen Vorlauftemperatur eignen sich besonders in Verbindung mit einer Fußbodenheizung, bei Heizkörpern scheiden sie dagegen als Heizsystem aus. Legen Sie Wert auf ein regelmäßiges heißes Vollbad, brauchen Sie eine Heizungsanlage, die schnell und effizient warmes Wasser aufbereitet. Das spricht für Gas, Holz oder Solarthermie mit großem Wasserspeicher. So haben auch Ihre persönlichen Vorlieben Einfluss auf die Wahl der richtigen Heizungsanlage.

ANSCHAFFUNGSKOSTEN VERSUS UNTERHALTSKOSTEN

Was die Höhe der Anfangsinvestition angeht, sind die Anschaffungskosten für die Gasbrennwert-Technik oder Fernwärme nicht zu schlagen. Die Technik ist ausgereift und zuverlässig. Moderne Gasbrennwert-Thermen besitzen zudem eine hohe Effizienz. Allerding muss die Gasbrennwert-Technik zur Erfüllung der Anforderungen an die Energieeinsparverordnung (EnEV) in der Regel mit einer Solaranlage zur Heizungsunterstützung ergänzt werden. Dadurch steigen natürlich die anfänglichen Investitionskosten, auch wenn die späteren Energiekosten sinken.

Im Vergleich sind dann die Anschaffungskosten für eine Luftwärmepumpe niedriger. Die Wärmepumpe wird erst dann teurer, wenn Erdwärme oder Grundwasser als Energiequelle genutzt werden soll. Hier schlagen die Kosten für die erforderliche Bohrung bzw. die Verlegung der Erdwärmekollektoren ordentlich zu Buche. Erst jetzt kommt in Bezug auf die Anfangsinvestition die Pelletheizung ins Spiel, deren Technik relativ teuer ist. Noch teurer ist die Brennstoffzelle, die sich das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung zunutze macht. Für die Brennstoffzelle ist zudem ein Gasanschluss erforderlich. Dafür produziert die Anlage nicht nur Wärmeenergie, sondern auch Strom, der im Haus genutzt oder an den Netzbetreiber verkauft werden kann. Die hohen Anschaffungskosten der Brennstoffzelle werden erheblich reduziert durch den möglichen KfW-Zuschuss von bis zu 28.200 €.

Bei den Unterhaltskosten dreht sich im Vergleich der Heizsystem das Bild. Mit einer Brennstoffzelle produzieren Sie sogar Ihren eigenen Strom und haben nur relativ geringe laufende Kosten für Gas und Wartung. Die Unterhaltskosten einer Wärmepumpe hängen von der Nutzungsart und der Technik ab. Luftwärmepumpen sind weniger effizient als Erdwärme- oder Wasserwärmepumpen und bedürfen je nach Nutzungsintensität einer elektrischen Zusatzheizung, was zu hohen Stromkosten führen kann.

Höher sind die laufenden Energiekosten für die Gasbrennwert-Technik, so dass sich die geringeren Anschaffungskosten über die Betriebsdauer im Vergleich zu den anderen Heizsystemen relativieren bzw. in der Gesamtsumme die Kosten höher sind. Holz oder Pellets als Energieträger sind günstiger als Gas oder Strom, so dass die laufenden Energiekosten einer Holzheizung niedriger sind. Zu bedenken sind allerdings die jährlichen Wartungskosten für die vielen mechanischen Teile und den Schornsteinfeger. Bei der Fernwärme besteht eine Abhängigkeit vom jeweiligen Betreiber mit regional schwankenden Preisen.

Im Ergebnis richtet sich die Frage nach dem richtigen Heizungssystem nach dem vorhandenen Platz, den individuellen Ansprüchen und dem zur Verfügung stehenden Budget. Eine höhere Anfangsinvestition kann auf lange Sicht dennoch lohnenswert sein, wenn dadurch die laufenden Energiekosten geringgehalten werden. Zudem können die Anschaffungskosten unter Umständen durch eine öffentliche Förderung erheblich reduziert werden. Fragen Sie Ihren MYMassivhaus Baupartner, er hilft Ihnen gerne bei der Suche nach dem richtigen Heizsystem für Ihr Haus.

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