Ein Erker verleiht jedem Haus das gewisse Extra. Ob als lichtdurchfluteter Essplatz oder als gemütliche Ecke zum Lesen: mit einem Erker gewinnt Ihr Haus an Charakter und erhält eine individuelle Note. Wer ein Haus mit Erker baut, steigert den Wohnkomfort und gewinnt zusätzliche Fläche. Dafür müssen Sie aber auch Nachteile in Form höherer Kosten und schwierigerer Wärmedämmung in Kauf nehmen. Erfahren Sie mehr im Folgenden:
WAS IST EIGENTLICH EIN ERKER?
Als Erker bezeichnet man einen geschlossenen, über ein oder mehr Geschosse reichenden Vorbau, der aus der Fassade eines Gebäudes hervorragt. Strenggenommen hat ein Erker keinen Bodenkontakt. Umgangssprachlich wird aber auch ein Vorbau mit Bodenkontakt als (Stand-)Erker bezeichnet.
Der Erker hat eine lange Geschichte, die bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. Zunächst wurden die Vorbauten an Burgen und Festungen als Schießscharten für die Verteidigung der jeweiligen Anlage genutzt. Später übernahmen Erker zunehmend die Funktion, in den Innenräumen für mehr Licht zu sorgen. Gleichzeitig wurden sie in Innenstädten zum schmückenden Element an der Straßenfront des Hauses und stellten den Wohlstand des Hauseigentümers zur Schau.
Das ist der Erker auch heute noch: ein dekoratives Gestaltungselement, das einem Haus nicht nur mehr Licht und Wohnfläche, sondern auch eine individuelle architektonische Note verleiht.
VORTEILE EINES ERKERS
Ein Erker ist ein wahrer Lichtbringer. Gerade bei einer nach Norden ausgerichteten Fassade kann ein Erker mit Fenstern in den Seitenwänden morgens und abends direktes Sonnenlicht von Osten bzw. Westen in den Raum bringen. Dadurch werden die betroffenen Zimmer deutlich aufgehellt. Zudem wird eine neue Blickachse geschaffen.
Neben diesen funktionalen Vorteilen wertet ein Erker auch die visuelle Attraktivität eines Hauses auf. Durch abgesetzte Farben oder andere Oberflächenmaterialien kann der Erker zusätzlich hervorgehoben werden, um dem Haus eine besondere Note und noch mehr Individualität zu verleihen.
Darüber hinaus können Erker dabei helfen, den Innenraum eines Hauses besser zu strukturieren. So kann der Erker im großen Wohnraum als lichtdurchfluteter Platz für den Esstisch genutzt werden. Oder er bietet im Schlafzimmer eine gemütliche Rückzugsmöglichkeit zum Lesen oder Musik hören.
Vor allem aber schaffen Erker mehr Platz zum Wohnen. Bei kleinen bzw. schmalen Grundstücken lässt sich auf diese Weise sogar Wohnfläche schaffen, bei der der Mindestabstand zum Nachbargrundstück unterschritten wird. Denn ein Erker darf in den meisten Landesbauordnungen bis zu 1,50 Meter aus der Fassade herausragen, ohne die an sich vorgegebene Abstandsfläche zu verletzen. So lassen sich beim Haus bauen mit Erker ganz legal ein paar Quadratmeter zusätzliche Wohnfläche gewinnen.
FORMEN DES ERKERS
Heutzutage ist der Rechteckerker mit 90-Grad-Winkel die beliebteste Erkerform. Ob mit Flachdach über dem Erdgeschoss oder über alle Geschosse durchgezogen und in das Hausdach integriert: der Rechteckerker hat sich im privaten Hausbau durchgesetzt.
Eine Sonderform des Rechteckerkers stellt der Fenstererker oder auch das Sitzfenster dar. Bei dieser Erkerform ragt der rechteckige Erker als großes Fenster ohne Brüstung ab Boden- bzw. Sitzhöhe aus der Fassade und bietet einen gemütlichen Platz zum Lesen oder Genießen der Aussicht.
Ein herrschaftlich anmutender Runderker, den man an vielen historischen Gebäuden findet, wird dagegen heutzutage nur noch selten geplant und gebaut. Dasselbe gilt für den Trapezerker, der statt rechteckig in Form eines drei- oder fünfseitigen Trapezes aus der Hausfassade hervorragt. Am ehesten findet sich diese Erkerform noch an modernen Walmdachbungalows.
Ob eckig oder rund, ein Erker muss natürlich nicht zwangsläufig nur an einer Hausseite platziert sein. Er kann auch als Eckerker über zwei Hausseiten geplant und gebaut werden. Hier fällt dann das Licht aus bis zu vier Richtungen in den Raum. So oder so, Ihr regional zuständiger MYMassivhaus-Baupartner berät Sie gerne, welche Erkerform am besten zu Ihrem persönlichen Traumhaus passt und ihm das gewisse Extra verleiht.
NACHTEILE EINES ERKERS
Eines muss Ihnen klar sein. Ein Erker ist kein kostengünstiger Wohnraum. Er ist nicht nur architektonisch anspruchsvoll, sondern er schafft auch Herausforderungen in der Bauausführung. So ist die Wärmedämmung eines Erkers durchaus aufwändig. Wo eine glatte Hausfassade leicht zu dämmen ist, treffen bei einem Erker mehrere Außenflächen auf kleinem Raum zusammen. Besonders an den Innenecken, wo warme Innenluft auf kalte Außenwände trifft, besteht nicht nur die Gefahr von Wärmeverlusten. Diese Stellen müssen auch deshalb gut gedämmt werden, damit sich später kein Schimmel bildet.
Die üblicherweise großzügige Verglasung eines Erkers trägt ebenfalls zu Wärmeverlusten bei, da auch die besten Fenster weniger Wärmedämmung bieten als geschlossene Wandflächen.
Je nach geplanter Dachkonstruktion eines Erkers lauert auch hier zusätzlicher Aufwand. Denn sofern die Bedachung des Erkers nicht in das idealerweise schräg geneigte Hauptdach integriert ist, muss insbesondere ein separates flaches Erkerdach gut abgedichtet werden, um das Gebäude langfristig vor Feuchtigkeitseintritt zu schützen. Planen Sie zusätzlich einen Balkon auf dem Erkerflachdach, was ja durchaus Sinn macht, empfiehlt sich ein offenes Geländer, um dort einen Badewanneneffekt durch aufgestautes Regenwasser zu vermeiden.
So liegen im Ergebnis die Kosten für einen im Erker geschaffenen Quadratmeter Wohnfläche deutlich über den Baukosten für dieselbe Fläche im Rest des Hauses. Wer also vorrangig auf sein Hausbaubudget achtet, sollte sich gut überlegen, ob der Traum vom Erker unbedingt sein muss. Auch dafür lohnt sich das Gespräch mit Ihrem nächstgelegenen MYMassivhaus-Baupartner. Er kann Ihnen aufzeigen, wie Sie das Extra an Wohnraum auch auf andere, günstigere Weise realisieren können. Für alle anderen gilt: das Haus mit Erker bauen gibt dem Gebäude eine individuelle architektonische Note.






