Im Alter (nochmal) bauen

Statistisch gesehen kaufen bzw. bauen die Deutschen mit 39 Jahren ihre erste Immobilie. Für viele ist das der letzte Umzug ihres Lebens. Es gibt allerdings gute Gründe, auch jenseits der 50 (nochmal) ein Haus zu bauen. Welche Überlegungen dahinter stecken und was beim Bauen im Alter zu beachten ist, erfahren Sie im Folgenden:

WARUM SICH DAS BAUEN IM ALTER LOHNT

Machen wir uns nichts vor. Das Haus, das vor Jahren für die junge Familie neu gebaut wurde, ist nicht für die Bedürfnisse des Alters ausgelegt. Das fängt in vielen Fällen schon bei der Lage an. Für die Kinder wird das Haus lieber mit großem Garten und ins Grüne gebaut, egal wie weit es bis zum Supermarkt oder zum Arzt ist. Im Alter ist das nicht mehr egal. Da ist es schön, wenn Sie den Supermarkt oder den Arzt auch ohne Auto erreichen können.

Mehrere Stockwerke und viele Räume schaffen im Haus Platz und Rückzugsmöglichkeiten für alle Familienmitglieder. Aber wenn die Kinder aus dem Haus sind, stehen die Räume leer. Trotzdem müssen sie beheizt, gelüftet und geputzt werden. Und auch der große Garten will weiter gepflegt und in Schuss gehalten werden. Das alles kostet Geld und macht unnötig Arbeit.

Und je nachdem, wo die Kinder mit den Enkelkindern leben, ist die Anfahrt weit und der persönliche Kontakt nur noch selten. Es kann sich also lohnen, die vor Jahren errichteten Zelte noch einmal abzubrechen und an anderer Stelle mit anderen Voraussetzungen neu durchzustarten.

KEIN STRESS, AUCH NICHT MIT DER FINANZIERUNG

Der bislang älteste Bauherr bei MYMassivhaus war ein über 80jähriger Witwer, der nach dem Tod seiner Frau sein Haus im Taunus verkauft und in seiner Heimat im Schwarzwald noch einmal neu gebaut hat. Dank der Rundum-Betreuung durch seinen regionalen MYMassivhaus-Baupartner musste er sich während der Bauzeit um nichts kümmern und hat in diesem Haus noch viele Jahre glücklich verbracht. Setzen Sie also auf den richtigen Partner und lassen Sie sich also von niemandem einreden, zu alt zum Bauen zu sein.

Großer Vorteil des obigen Bauherrn war, dass er den Neubau seines Hauses im Schwarzwald komplett aus dem Verkaufserlös des bisherigen Eigenheims bezahlen konnte, also gar keinen Fremdfinanzierungsbedarf hatte. So geht es vielen, die sich im Alter mit dem Thema Bauen auseinander setzen. Die eigene, selbst genutzte Immobilie ist vollständig abbezahlt und der mögliche Verkaufserlös steht als Eigenkapital für den geplanten Neubau zur Verfügung.

Und auch, wenn Sie eine Finanzierung brauchen. Banken und Sparkassen vergeben ihre Baufinanzierungen ohne Altersgrenzen. Entscheidend ist Ihre Bonität, d.h. Ihre Fähigkeit, das Darlehen einschließlich Tilgung sicher bedienen zu können, in Verbindung mit der Höhe des in das Bauprojekt eingebrachten Eigenkapitals. Das ist eben jenseits der 50, wenn Sie schon einiges angespart haben bzw. über die eigene, abbezahlte Immobilie verfügen, höher als mit 30.

PLANEN OHNE KINDERZIMMER

Selbst wenn die Kinder noch im Haus sind. Wer jenseits der 50 ein neues Haus bauen will, plant nur für sich und seinen Partner. Das sind ein bis zwei Schlafzimmer und vielleicht auch noch ein Badezimmer weniger. Auf diese Weise reicht normalerweise eine Wohnfläche von 100 Quadratmetern oder sogar weniger völlig aus.

Die kleinere Wohnfläche bedeutet nicht nur geringere Bau- und Unterhaltskosten. Jeder Quadratmeter weniger Wohnfläche macht auch die Wege kürzer und reduziert den Putz- und Pflegeaufwand. Letztlich hängt es aber von den individuellen Wünschen und Vorstellungen ab, ob nicht doch noch ein Gästezimmer mit Bad oder eine Einliegerwohnung als Option für die spätere Unterbringung einer Pflegekraft eingeplant werden.

Der Klassiker beim Bauen im Alter ist natürlich der ebenerdige und barrierefreie Bungalow. Falls sich der – aus welchen Gründen auch immer – nicht realisieren lässt, sollten Sie bei einem mehrgeschossigen Haus darauf achten, dass die Treppe gerade ist, also keine halbe oder gar volle Wendung macht. Und wenn sich eine Wendung aus architektonischen Gründen nicht vermeiden lässt, sollte die Treppe zumindest mit Zwischenpodest gebaut werden, so dass sie auch im hohen Alter gefahrlos begangen werden kann. Zudem sollten sich auch bei einem mehrstöckigen Haus alle relevanten Räume (Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad) im Erdgeschoss befinden bzw. das möglicherweise zunächst fehlende Schlafzimmer für den Fall der Fälle im Erdgeschoss arrangiert werden können.

Der Grundriss Ihres neuen Hauses sollte offen sein. Je weniger Wände, desto großzügiger wirkt der Wohnraum, gerade bei einem kleineren Haus. Also am besten Wohnen, Essen und Kochen zu einem großen Raum und Mittelpunkt des Hauses zusammenfassen. Das hat auch den Vorteil bei eingeschränkter Mobilität im Alter, dass dort, wo keine Türen sind, sie auch nicht für die Barrierefreiheit breiter gebaut werden müssen.

Der Garten sollte so klein sein, dass Sie ihn auch im Alter noch gut pflegen können. Abgesehen davon, dass man auch kleine Gärten ansprechend gestalten kann, können Sie sich auf diese Weise einen höheren Grundstückspreis leisten, was uns zum nächsten Aspekt des Bauens im Alter bringt.

MITTENDRIN BAUEN

Die meisten Bauherren mit Kindern lassen sich wie erwähnt bei der Lage ihres Hauses von dem Wunsch leiten, dass die Kinder im Grünen und in ländlicher Idylle aufwachsen. Und solange Schulen, Arbeit und Einkaufsmöglichkeiten halbwegs mit dem Auto erreichbar sind, ist das kein Problem.

Für das Leben im Alter müssen Sie aber damit rechnen, irgendwann nicht mehr so mobil zu sein. Dann ist es ideal, wenn die Geschäfte für den täglichen Bedarf, Arztpraxis und auch kulturelle Angebote fußläufig erreichbar sind. Da solche Grundstücke aber in der Regel teurer sind als die in ländlichen Gegenden, macht es eben auch vor diesem Hintergrund Sinn, sich für ein kleines, pflegeleichtes Grundstück in Stadtnähe und mit guter Verkehrsanbindung zu entscheiden. Weiterführende Tipps für das Bauen auf kleinem Grundstück finden Sie übrigens hier.

Sind Sie regional ungebunden, sollten Sie beim Bauen im Alter die Gelegenheit auch dazu nutzen, möglichst nahe bei den Enkeln zu wohnen. Für Großeltern gibt es nichts Schöneres, als die Enkelkinder um sich zu haben. Und wenn die Kinder selbst auf dem Land leben, gibt es vielleicht eine größere Stadt in der Nähe, die sich für den Neubau des eigenen Hauses anbietet.

KOMFORTABLE EINRICHTUNG

Wenn Sie im Alter (nochmal) neu bauen, sollten Sie bei der Einrichtung des Hauses an die Dinge denken, die das alltägliche Leben jetzt und auch später einfacher machen. So sollte die Dusche möglichst geräumig und auf jeden Fall bodengleich ohne Schwelle sein. Und wenn der Platz im Badezimmer knapp bemessen ist: Verzichten Sie lieber auf die Badewanne als auf eine großzügige, ebenerdige Dusche, vielleicht sogar mit Sitzgelegenheit.

Beim Bodenbelag empfiehlt es sich, in den Bädern auf extra rutschfeste Fliesen zu setzen. Für die restlichen Räume bietet sich Laminat, Vinyl oder Parkett an. Diese Bodenbeläge sind sowohl rutschfest als auch pflegeleicht. Zudem stellen sie anders als Teppichboden kein Hindernis für Rollstühle oder Rollatoren dar.

Gönnen Sie sich elektrische Rollladenantriebe und eine großzügige Beleuchtung. Bei praktisch allen Menschen lässt ab 50 die Sehkraft, wenn es nicht mehr ganz hell im Raum ist, nach. Und wenn am Ende wegen des kleineren Grundstücks und des kompakten Hauses noch eine Summe aus dem Verkauf des Familiendomizils übrig ist, nutzen Sie das Geld, um es sich bei der Möblierung des Hauses z.B. mit einem hohen Boxspringbett oder einem neuen Fernsehsessel mit Relax Funktion gut gehen zu lassen. Sie haben es sich verdient.

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