So können Sie günstig bauen

So können Sie günstig bauen

Der Traum vom eigenen Haus wird für angehende Bauherren seit Jahren teurer und teurer. Insbesondere die Kosten für Baumaterialien und die Grundstückskosten steigen schier unaufhaltsam. Trotzdem ist ein günstiger Hausbau auch heutzutage noch realisierbar. Wir geben im Folgenden Tipps, wie Bauen mit einem begrenzten Budget möglich wird und worauf Sie achten sollten:

#1 GÜNSTIG BAUEN: EIN KLEINES GRUNDSTÜCK AUF DEM LAND

Je nach Region und Lage können die Grundstückskosten heute bis zu 50% der Baukosten ausmachen. Da ist es lohnenswert, sich intensive Gedanken über die angestrebte Grundstücksgröße und -lage zu machen.

Je attraktiver die Lage eines Baugrundstücks, desto teurer ist es. Deshalb kosten Grundstücke in städtischen oder stadtnahen Bereichen viel mehr als in ländlichen Gegenden. Dabei kann dort die Wohn- und Lebensqualität besser sein als in der Stadt. Wenn Sie also dank vermehrtem Homeoffice ohnehin nicht mehr jeden Tag zur Arbeit fahren müssen, denken Sie über einen Umzug aufs Land nach. Denn für jeden, der günstig bauen will, ist ein Grundstück in ländlicher Lage die bessere Wahl.

In Bezug auf die Größe des Grundstücks gilt: weniger ist mehr. Je kleiner das Grundstück, umso günstiger der Preis. Selbst ein 300 bis 400 qm großes Grundstück bietet aber genügend Platz für ein schmuckes Einfamilienhaus. Zudem sparen Sie mit einem kleineren Grundstück bei der Gestaltung der Außenanlagen.

Allerdings bedeutet ein kleineres Grundstück natürlich, dass auch die Dimension des künftigen Traumhauses kleiner wird. Prüfen Sie also vor dem Grundstückskauf, welche Baumaßnahmen auf dem Grundstück in Bezug auf die einzuhaltenden Abstandsregeln und die Vorgaben aus dem Bebauungsplan bzw. der Nachbarbebauung möglich sind.

#2 GÜNSTIG BAUEN: REALISTISCHE BEDARFSPLANUNG

Für die Ermittlung der benötigten Räume sollten Sie ganz zu Beginn Ihres Bauprojekts eine realistische Bedarfsplanung vornehmen. Diese sollte geleitet sein von Ihrem tatsächlichen Bedarf und nicht nur von Wunschvorstellungen. Muss die Gästetoilette oder ein zweites Duschbad unbedingt sein? Brauchen Sie wirklich ein separates Homeoffice? Wenn Sie mit weniger Räumen auskommen, sparen Sie Wohnfläche und damit bares Geld.

Das gilt auch für die Umsetzung der Planung, wie viele Personen wann zum Haushalt gehören werden. Muss für den Teenager, der in ein paar Jahren das Haus verlassen wird, auf Dauer ein separates Zimmer geplant werden? Oder ist auch eine flexible Übergangslösung möglich, in der das zukünftige Gäste- oder Arbeitszimmer einstweilen als Jugendzimmer genutzt wird?

Ein Haus wird jedoch durch das Reduzieren der Wohnfläche nicht proportional günstiger. Zwar braucht man für ein kleineres Haus proportional weniger Material. Viele Kostenpositionen wie Baustelleneinrichtung, Hausanschlusskosten oder Grundinstallation sind im Prinzip aber unabhängig von der Größe des Hauses. Deshalb kostet im Ergebnis der Quadratmeter Wohnfläche bei einem größeren Haus weniger als bei einem kleinen.

#3 GÜNSTIG BAUEN: KELLER ODER BODENPLATTE?

Auf den ersten Blick ist es ganz klar. Wer günstig bauen will, verzichtet auf den Keller und spart 30.000 € oder mehr. Andererseits ergeben sich bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus bei einer Vollunterkellerung bis zu 40% mehr Nutzfläche im Vergleich zum selben Haus nur mit Bodenplatte. Unkritische Bodenverhältnisse vorausgesetzt fallen aber nur ca. 10% höhere Baukosten an. Wer also wirklich günstig bauen will, baut mit Keller und bezieht die Wohnfläche im Keller in seine Bedarfsberechnung ein. Zudem finden im Keller Haustechnik sowie, Vorrats- und Wäscheraum Platz. So bleibt mehr Platz zum Wohnen über der Erde.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland große regionale Unterschiede in Bezug auf die Akzeptanz eines Hauses ohne Keller. Das kann direkte Auswirkungen auf den Wiederverkaufswert Ihres Hauses haben.

Erfahren Sie mehr darüber in unserem Blogartikel zum Thema ‚Mit oder ohne Keller bauen‚.

#4 GÜNSTIG BAUEN: GESCHICKTE GRUNDRISSPLANUNG

Wollen Sie günstig bauen, achten Sie bei der Grundrissgestaltung darauf, die benötigten Räume effizient aufzuteilen und den vorhandenen Platz bestmöglich auszunutzen. Dafür sollten z.B. die Verkehrsflächen im Haus wie Flure, Treppen oder Durchgänge möglichst klein gehalten werden.

Durch planerisches Geschick kann auch ein kleinerer Grundriss große Wirkung entfalten. Die Kombination von Wohn- und Essbereich mit integrierter, offener Küche als Mittelpunkt des Hauses ist nicht nur modern, sondern auch günstig. Wände, Türen und Verkehrsflächen werden eingespart und trotz geringerer Fläche entsteht ein großzügiger Raumeindruck.

Überhaupt brauchen Flure und Treppen in einem Einfamilienhaus nicht unbedingt eine räumliche Trennung. So avanciert die offene Treppe im Wohn-/Essbereich zu einem architektonischen Blickfang, der auch noch Platz und damit Geld spart. Werden in einem mehrstöckigen Haus die Bäder übereinander angeordnet, müssen weniger und kürzere Leitungen verlegt werden. Das spart Installationskosten und macht das Bauen ebenfalls günstiger.

Ihr nächstgelegener MYMassivhaus-Baupartner hilft Ihnen übrigens gerne bei der individuellen Gestaltung des Grundrisses für Ihr persönliches Traumhaus zum günstigen Preis.

#5 GÜNSTIG BAUEN: KOMPAKTER BAUKÖRPER MIT SCHLICHTER ARCHITEKTUR

Klare Formen, funktional und schnörkellos – was sich wie eine Kurzbeschreibung des Bauhaus-Stils anhört, ist auch die passende Beschreibung für günstiges Bauen. Ein einfacher, quaderförmiger Hauskörper kostet nicht nur weniger, sondern hat auch den Vorteil größerer Energieeffizienz und spart damit langfristig Heizkosten.

Je mehr Verwinkelungen, Erker oder Dachgauben, um so tiefer müssen Bauherren in die Tasche greifen. Extras an der Hausfassade wie Balkone oder Vordächer führen ebenfalls zu zusätzlichen Kosten. Im Sinne des günstigen Bauens können sie ohne Abstriche am Gesamteindruck des Hauses eingespart werden. Dasselbe gilt für die Dachform. Natürlich muss das Dach zur Optik des Hauses passen und Ihnen gefallen. Aber Pult- und Satteldach kosten erheblich weniger als Walmdach oder Mansardendach.

#6 GÜNSTIG BAUEN: EIGENLEISTUNG EINSETZEN

Bauherren, die günstig bauen wollen, können aber auch durch eigenen Einsatz ihre Hauskosten reduzieren. Mit Eigenleistungen lässt sich leicht ein fünfstelliger Eurobetrag sparen, der anderenfalls als Lohn für Handwerker anfallen würde. Allerdings sollten Sie vor Baubeginn Ihre eigenen Fähigkeiten und den für Eigenleistungen zur Verfügung stehenden Zeitrahmen realistisch einschätzen. Bedenken Sie dabei auch, dass ein Laie für dieselbe Arbeit mehr Zeit benötigt als ein erfahrener Handwerker mit der optimalen Ausrüstung.

Am besten eignen sich für Eigenleistungen lohn- bzw. zeitintensive Arbeiten mit relativ geringem Materialeinsatz. So kann während des Rohbaus die Wärmedämmung der Kelleraußenwände vom Bauherrn selbst angebracht werden. Darüber hinaus bietet sich der Trockenbau, d.h. das Beplanken und Spachteln von Gipskartonplatten für Innenwand- und Deckenflächen, gut für Eigenleistungen an. Klassische Eigenleistungen beim Innenausbau sind das Verlegen der Fußbodenbeläge, Fliesenarbeiten sowie das Malern und Tapezieren der Innenwände. Genauso gut können Außenanlagen vom Bauherrn in Eigenregie realisiert werden.

Wichtig ist, dass familienfremde handwerkliche Helfer bei der Berufsgenossenschaft angemeldet werden, damit sie unfallversichert sind. Der Bauherr und seine Familie nicht mitversichert. Sie benötigen einen anderweitigen Unfallversicherungsschutz.

Erfahren Sie mehr über das Thema Eigenleistung in diesem MYM Blogartikel

#7 GÜNSTIG BAUEN: AUF EXTRAVAGANZ VERZICHTEN

Wenn es um die Ausstattung des Hauses geht, sollte bei einem begrenzten Budget die Funktionalität der Einrichtung und nicht die Ausgefallenheit des Designs im Vordergrund stehen. Bei allen für den Hausbau nötigen Materialien stehen unterschiedliche Qualitäten, Marken und Designs zur Verfügung. Diese unterscheiden sich zum Teil erheblich in den Kosten. Ein Designer-Wasserhahn kostet beim selben Hersteller schnell ein Mehrfaches der Standardarmatur, die auch schick aussieht und genauso zuverlässig funktioniert. 

Bleiben Sie also im Zweifel bei der von Ihrem Hausanbieter offerierten Standardausstattung. Das ist die günstigste Lösung. Beziehungsweise wählen Sie unter mehreren Anbietern denjenigen Hausanbieter aus, dessen Standardausstattung Ihnen am meisten zusagt. Das ist günstiger, als beim vermeintlich billigeren Anbieter nach dem Hauskauf teuer aufzumustern.

Viel Geld lässt sich auch bei den Fenstern sparen. Benötigen Sie wirklich in allen Räumen bodentiefe, doppelflügelige Fenstertüren? Weniger und kleinere Fenster im Standardmaß führen leicht zu einer Ersparnis von mehreren Tausend Euro. Und auch mit kleineren Fenstern lassen sich, sofern sie geschickt platziert sind, tolle Raumeffekte erzielen.

#8 GÜNSTIG, ABER NICHT BILLIG BAUEN

Damit das Budget auch auf Dauer nicht über Gebühr strapaziert wird, gibt es ein paar Dinge, bei denen Bauherren auch beim günstigen Hausbau nicht sparen sollten. Dazu gehören nicht erst seit den Zeiten explodierender Energiekosten die Wärmedämmung und die Heiztechnik des Hauses. Investitionen in Energieeffizienz und Nachhaltigkeit kosten zwar am Anfang mehr – zahlen sich über die Zeit aber in Form niedrigerer Betriebskosten und einer besseren Wertentwicklung des Hauses aus.

Achten Sie bei der Wahl der Materialien nicht nur auf den Preis. Das billigste Material hat oft nicht die Qualität für ein langes Leben. Nachhaltiger sind langlebige Baustoffe, die idealerweise frei von Schadstoffen sind und deren Herstellung und Transport selbst nicht zu viel Energie verbraucht.

Die Baupartner von MYMassivhaus bauen aus Überzeugung nachhaltige Massivhäuser. Deren Mauersteine bestehen aus natürlichen mineralischen Rohstoffen wie z.B. Ton und Lehm, die in der jeweiligen Region schonend und oberflächennah abgebaut werden. Dank ihrer hervorragenden Wärmespeicherkapazität und ihres guten Schallschutzes schaffen Mauersteine Wohnkomfort durch Ruhe und Behaglichkeit und sorgen für niedrige Heizkosten. Das ist der Unterschied zwischen billig und preiswert.

#9 GÜNSTIG BAUEN: DISZIPLIN ÜBEN

Doch die beste Planung und ein realistisches Budget mit dem richtigen Baupartner an Ihrer Seite nützt Ihnen wenig, wenn Sie nicht über den gesamten Bau des Hauses eiserne Disziplin üben. Die Verlockung ist groß, sich doch das eine oder andere Extra zu gönnen. Doch was in Einzelpositionen noch nach wenig aussieht, kann sich am Ende schnell zu beträchtlichen Mehrkosten addieren und den günstigen Hausbau zur Illusion machen.

Am günstigsten ist es, wenn mit der abgeschlossenen Planung des Hauses auch die Ausstattung final festgelegt wird. Bei MYMassivhaus ist das die sogenannte Detailbesprechung nach Vorliegen der Baugenehmigung, bei der der Bauleiter Ihres MYMassivhaus-Baupartners mit Ihnen die Ausführung des Hauses noch einmal im Einzelnen durchgeht und Sie die Details festlegen. Wer hier Disziplin übt, spart bares Geld. Denn spätere Änderungen führen in der Regel zu deutlichen Mehrkosten, weil geschlossene Handwerkerverträge noch einmal geändert und Bauabläufe ggf. neu adjustiert werden müssen.

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