Klimaschutz beim Hausbau

Was hat das Klima mit dem Hausbau zu tun? Ganz einfach, ca. 30% des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen lassen sich hierzulande auf den Bausektor zurückführen. Und die Reduzierung von CO2-Emissionen ist aktuell oberstes Gebot für einen umfassenden Klimaschutz. Insofern kann jeder auch beim Bau seines persönlichen Traumhauses einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und für eine bessere Umwelt sorgen.

Klimaschutz beim Hausbau bedeutet heutzutage aber noch mehr. Die Folgen des Klimawandels mit Stürmen, Starkregen und Überschwemmungen, aber auch Kälteperioden und extreme Hitze in unseren Breitengraden sind nicht zu leugnen und erfordern vorausschauende Maßnahmen bei der Planung eines neuen Hauses.

KLIMAANPASSUNG DES GEBÄUDES

Bereits bei der Wahl des Grundstücks können Risikofaktoren wie Hochwassergefahr in Flussnähe oder Sturzflutgefahr bei exponierter Hanglage in die Entscheidung einbezogen werden. Gegebenenfalls müssen beim Hausbau Abdichtungsmaßnahmen gegen (Grund-)Wasser bzw. ein Schutz vor Rückstau aus der Kanalisation von vornherein eingeplant werden. Darüber hinaus sind Massivhäuser widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit als Fertighäuser in Holzständerbauweise, da Mauerwerkswände nach einem Hochwasserschaden leichter trocknen.

Grundstücke auf Anhöhen sind bei Stürmen besonders gefährdet. Das Dach und Vorbauten dort gebauter Häuser sollten sturmsicher geplant werden. Überhaupt bietet der Dachbereich eines Hauses viel Angriffsfläche für Starkwetterereignisse. Eine Dachkonstruktion mit ausreichender Neigung lässt Starkregen schneller abfließen, und eine standfeste Dacheindeckung aus Betonsteinen oder Tonziegeln beugt Hagelschäden vor. Dass die Dachsteine mit einer Sturmverklammerung versehen werden sollten, versteht sich von selbst.

Durch eine entsprechende Planung können Sie Ihr neues Haus auch gut vor sommerlicher Hitze schützen. Bäume als Schattenspender sind eine effektive Maßnahme gegen hohe Temperaturen im Gebäude. Sie sollten allerdings im Fall eines starken Sturms nicht selbst zum Risikofaktor werden. Monolithisch gebaute Häuser aus massiven Wandbaustoffen wie gebrannte Tonziegel ermöglichen ein gutes Raumklima bei sommerlichen Temperaturen. Auch ist es so, dass helle Fassadenfarben Hitze weniger stark speichern als dunkle Farbtöne. Bedenken Sie, dass sich große Glasflächen tagsüber extrem erhitzen und Wärme ins Innere des Hauses abgeben. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Fensterflächen zu begrenzen. Fenster nach Osten oder Westen führen zu mehr Aufheizung als reine Südfenster, in die die steile Mittagssonne nicht oder nur wenig hereinstrahlt.

MINIMIERUNG DES ENERGIEBEDARFS

Es liegt auf der Hand, dass der Einbau effizienter Heiztechnik, die verbesserte Dämmung der Gebäudehülle und die Nutzung stromsparender Geräte den Energiebedarf eines Hauses reduzieren. Idealerweise bauen Sie ein zukunftsfähiges Haus, das durch hervorragende Wärmedämmung und intelligente Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung fast ohne Heizung auskommt.

Ein solches energieeffizientes Haus wird auch vom Staat gefördert. Bis zu 15.000 € Tilgungszuschuss pro Wohneinheit erhalten Sie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für den Bau eines KfW-Effizienzhauses. Auf diese Weise tragen Sie Ihren Teil zum Klimaschutz bei und profitieren unmittelbar persönlich davon. Zudem ist davon auszugehen, dass besonders energieeffiziente Gebäude in Zukunft relativ an Wert gewinnen werden.

NUTZUNG REGENERATIVER ENERGIEN

Adäquat im Sinne des Klimaschutzes ist ein Heizsystem unter Einbezug erneuerbarer Energiequellen, also Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme oder Biomasse. Insbesondere Solarwärme und Solarstrom bieten sich beim klimafreundlichen Hausbau an. Sie haben zwei Möglichkeiten, die Kraft der Sonne für Ihr Haus zu nutzen. Mit Solarkollektoren zur Wärmeerzeugung kann Sonnenenergie für Heizwärme und zur Trinkwassererwärmung genutzt werden. In gemäßigten Breiten reichen 1,5 bis 2 qm Kollektorfläche je Person, um über das Jahr ca. 60% des Warmwasserbedarfs zu erwärmen.

Mit einer Photovoltaik-Anlage wird aus Sonnenenergie Strom zur Nutzung im eigenen Haushalt oder zur Einspeisung in das Stromnetz erzeugt. In Verbindung mit einem Batteriespeicher und intelligenter Steuerung lässt sich so ein Autarkiegrad von bis zu 80% erreichen, d.h. nur noch 20% des im Haushalt benötigten Stroms muss über das Jahr zugekauft werden. Das schont den eigenen Geldbeutel und die Umwelt.

GANZHEITLICHE BETRACHTUNG

So wichtig und richtig es ist, den Energieverbrauch von Gebäuden zu minimieren und den verbleibenden Energiebedarf möglichst durch regenerative Energien zu decken, so wichtig ist es aber auch, den gesamten Lebenszyklus eines Hauses zu betrachten. Was ist mit der Herstellung der Baustoffe und der Technik? Wie ist die Nutzungsdauer des Gebäudes? Was passiert, wenn das Haus sein Lebensende erreicht hat?

Dank hervorragend gedämmter Wände und effizienter Heiztechnik befinden wir uns derzeit in einer Situation, dass die Herstellung der Baumaterialien und der Heiztechnik mehr Umweltbelastung und CO2-Emissionen mit sich bringt als die Hausnutzung in 100 Jahren. Es gilt beim ernstgenommenen Klimaschutz also, auch die sogenannte „graue“ Energie zu reduzieren. Deshalb sollten Sie z.B. bei den Baumaterialien darauf achten, dass diese aus lang verfügbaren Rohstoffen, die recycelbar sind, gewonnen werden. Das ist nicht nur Holz, sondern können z.B. auch aus Ton oder Lehm gebrannte Ziegel sein. Ton und Lehm lassen sich normalerweise oberflächennah und schonend abbauen, und ihre Abbauflächen liegen nah der Produktionsstätten. Zudem gilt es beim Baustoff Holz zu bedenken, dass mit jedem gefällten Baum ein Stück CO2-Speicher verloren geht.

Für die Gesamt-Energiebilanz des Gebäudes sollte auch die Lebensdauer der verwendeten Baustoffe möglichst groß sein. Ein Argument, was für den Bau eines Massivhauses anstatt eines Fertighauses in Holzständerbauweise spricht. So können Sie mit der richtigen Planung beim Bau Ihres eigenen Traumhauses Ihren ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ihr MYMassivhaus Baupartner berät Sie gerne weiter.

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