Rituale und Bräuche beim Hausbau

Auch in der heutigen Zeit halten Bauherren an der Tradition fest, durch Rituale und Bräuche beim Hausbau den beteiligten Handwerkern zu danken und um Glück für ihr Bauvorhaben zu bitten. Wir stellen im Folgenden die wichtigsten vor:

Durch Rituale und Bräuche beim Hausbau haben die Menschen schon immer versucht, böse Geister zu vertreiben und die Götter gewogen zu stimmen. Einige dieser Traditionen haben bis heute überdauert und erfreuen sich unverändert großer Beliebtheit:

DER SPATENSTICH

Der erste Spatenstich ist einer der traditionellen Bräuche beim Hausbau. Er stammt aus der Zeit, als die Baugrube noch mit Schaufel und Spaten ausgehoben wurde, und signalisiert den Beginn der Arbeiten auf der Baustelle. Heute hat der Spatenstich nur noch symbolische Bedeutung, da die Baugrube in der Regel mit einem Bagger ausgehoben wird.

Als privater Bauherr sollten Sie den Brauch des ersten Spatenstichs mit Familie und Freunden bei einem Glas Sekt oder Prosecco feiern. Auf diese Weise stimmen Sie sich emotional auf den Beginn Ihres Hausbaus ein, dem Sie so lange entgegen gefiebert haben. Und wenn Sie den Spatenstich gemeinsam mit Ihrem Bauleiter begehen, lernen Sie diesen nicht nur besser kennen, sondern können gleichzeitig auch ihn emotional auf Ihre Baustelle verpflichten.

Die  Baupartner von MYMassivhaus zelebrieren mit allen Bauherren den ersten Spatenstich als symbolischen Baubeginn. Bei der Hausbesichtigung kurz vor Einzug in das neugebaute Haus erhalten die Bauherren dann von unserem Baupartner „ihren“ Spaten als Andenken an die stressfreie Bauzeit feierlich übergeben. Sehen Sie Bilder von diesen Spatenstichen in unserem Kundenmagazin „HausTraum“.

Spatenstich

DIE GRUNDSTEINLEGUNG

Schon im Alten Testament ist der Brauch der Grundsteinlegung erwähnt. Er gehört auch heute noch zu den regelmäßig abgehaltenen Ritualen und Bräuchen beim Hausbau. Dabei wird ein symbolischer Grundstein, der innen hohl ist, in das Fundament des Hauses eingefügt. In diesen Grundstein kommt eine Zeitkapsel, in der sich z.B. eine Zeitung vom Tag der Grundsteinlegung, ein Foto  oder persönliche Gegenstände der Baufamilie oder auch Münzen befinden. All diese Dinge sollen an den Tag der Grundsteinlegung erinnern und nach der Tradition dem Bauherrn und seiner Familie Glück bringen.

Ist der Stein gesetzt, schlägt der Bauherr symbolisch mit einem Hammer auf den Stein. Der Hammerschlag wird von verschiedenen segensreichen Sprüchen zur Grundsteinlegung begleitet. Oftmals händigt der Baupartner der Baufamilie auch eine Urkunde aus, die an den Tag erinnern soll.

DAS RICHTFEST

Bereits im 14. Jahrhundert lässt sich das Richtfest nachweisen, auch Hebauf oder Aufschlagsfest genannt. Das Richtfest, normalerweise das größte Fest während des Hausbaus, findet statt, wenn der Rohbau mit dem Dachstuhl fertiggestellt ist.

Für das Richtfest wird der Dachstuhl mit einem Richtkranz oder Richtbäumchen geschmückt. Der Zimmermann hält vom Dach aus eine kurze Ansprache, den sogenannten Richtspruch oder Zimmermannsspruch als Dank an Planer und Bauherr. Zudem erbittet er Gottes Segen für das Haus. Dann stößt er mit den Anwesenden auf ein Glas Schnaps an und wirft das Glas vom Dach. Die Scherben des Glases sollen Glück bringen. Bleibt das Glas heil, gilt das als schlechtes Omen.

Im Anschluss an den Richtspruch wird gefeiert. Dieser sogenannte Richtschmaus oder Hebeschmaus findet heutzutage auf Bierbänken im Rohbau statt.

Ausrichter des Richtfestes ist der Bauherr, der sich damit bei den beteiligten Handwerkern für ihre Arbeit bedankt. Eingeladen werden aber nicht nur Handwerker und Bauhelfer, sondern auch der Baupartner, Familie, Freunde und Nachbarn. War der Bauherr zu geizig für das Richtfest, kam es früher gelegentlich vor, dass die Handwerker ihm einen Streich spielten und eine leere Flasche im Giebel einmauerten. Stärkerer Wind erzeugte dann ein jammerndes Heulen, das den Bauherrn an seinen Geiz erinnern sollte.

Richtfest

BROT UND SALZ ZUM EINZUG

Ist das Haus fertiggestellt und Sie sind glücklich eingezogen, sollten Sie sich bei der Einweihungsparty nicht wundern, wenn Ihnen Freunde oder Nachbarn als Gastgeschenk Brot und Salz mitbringen. Auch hierbei handelt es sich um einen Brauch mit langer Tradition.

Brot und Salz zum Einzug sollen Sesshaftigkeit und Wohlstand symbolisieren. Das Brot steht für die Grundnahrungsmittel, die im Haus niemals ausgehen sollen. Salz war früher ein sehr wertvolles Nahrungsmittel, dessen Gabe nicht nur Wohlstand bringen, sondern auch Unglück, Krankheit und böse Geister abwehren sollte.

Schlüsselübergabe Brot und Salz

DIE HAUSSEGNUNG

Bei der Haussegnung handelt es sich um ein christliches  Ritual vorwiegend in katholisch geprägten Regionen. Der Priester spricht zur Haussegnung ein Gebet, besprengt das Haus mit Weihwasser und räuchert es mit Weihrauch ein. Gottes Segen soll Unheil von dem neuen Haus fernhalten.

Auch Segnungssprüche, die sich an alten Hausfassaden finden, sollten diesen Zweck erfüllen und zeugen von der langen Tradition der Haussegnung.

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